Stadt unternimmt „Quantensprung" bei Modernisierung der Straßenbeleuchtung

Die Straßenbeleuchtung des Hagener Stadtgebietes besteht aus ca. 20.000 Lichtpunkten, die mit ihrer jährlichen Betriebszeit von rund 4.100 Stunden über sechs Gigawattstunden, das sind sechs Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie benötigen. Hier will die Stadt nun mit spürbaren Energieeinsparungen ein Zeichen setzen.

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet sie in der gemeinsamen Gesellschaft SBH zusammen mit ihrem privaten Partnerunternehmen Alliander Stadtlicht Rhein-Ruhr GmbH systematisch darauf hin, durch den Austausch von unwirtschaftlichen Leuchten Energie einzusparen und somit den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Das Einsparpotential ist dabei immer noch so groß, dass es nicht im Rahmen der jährlichen Austauschprogramme ausgeschöpft werden kann. Hinzu kommt, dass die EU ab 2015 den veralteten Quecksilberdampflampen aufgrund mangelnder Energieeffizienz das CE-Zulassungszeichen aberkennt.

Daher hat die Stadt Hagen gemeinsam mit der Stadtbeleuchtung Hagen GmbH festgelegt, dass 1.355 Quecksilberdampflampen ausgetauscht werden sollen. Als zusätzliche Energiesparmaßnahme wurde die Dimmung von 508 Leuchten mit eingeplant.

Die Umsetzung dieser energetischen Sanierungsmaßnahme wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Deutschen Bundestages. Der Förderantrag, den die Stadt gestellt hatte, wurde im Dezember 2010 positiv beschieden. Für die geplante Maßnahme, deren Gesamtkosten sich auf 850.000 Euro belaufen, stehen zwanzig Prozent Zuschüsse aus Mitteln der Klimaschutzinitiave zur Verfügung.
Im Einzelnen beinhaltet das Gesamtprojekt 1.863 Leuchten mit 342 Wohnstraßenleuchten und 1.521 Leuchten, die vorwiegend an Hauptverkehrsstraßen stehen. Dazu zählen u. a. folgende Straßenzüge: Iserlohner Straße, Mühlenbergstraße, Oegerstraße, Hohenlimburger Straße, Stennertstraße, Feithstraße, Industriestraße, Haenelstraße, Konrad-Adenauer-Ring, Körnerstraße, Karl-Marx-Straße, Saarstraße, Emsterstraße, Konkordiastraße Röntgenstraße, Rembergstraße, Am Bügel, Osthoffstraße, Pappelstraße und der Stadtgarten.

Begonnen wurde im Stadtgarten, wo heute noch eine letzte Kugelleuchte aus den siebziger Jahren ausgetauscht wird. Sie funktionierte mit einer 50 Watt-HQL-Kolbenlampe, jetzt hat eine Kegelleuchte mit einer 24 Watt-Kompaktleuchtstofflampe ihren Platz eingenommen. Somit konnte an dieser Stelle, wie durchschnittlich auch bei der Gesamtmaßnahme, rund 50 % Energie eingespart werden. Das Einsparvolumen wird auch an folgendem Bespiel aus der Dahler Straße deutlich: Die jetzigen 250 Watt-Leuchten werden gegen neue Leuchten mit nur 100 Watt Leistungsaufnahme ausgetauscht. Dank der hoch entwickelten Spiegeloptik und der präzisen Lichtlenkung ist die Straße trotzdem optimal ausgeleuchtet.

Wenn das Wetter mitspielt und die Montagearbeiten erwartungsgemäß im Zeitplan verlaufen, rechnet die Stadt damit, schon Mitte des Jahres von den niedrigeren Verbräuchen zu profitieren und entsprechend eine niedrigere Stromrechnung zu bekommen. Dann beginnt auch die rund vierjährige Amortisationszeit. Durchgeführt werden die Arbeiten von der Alliander Stadtlicht Rhein-Ruhr GmbH, Partner der Stadtbeleuchtung Hagen. Sicherlich wird man den Hubsteiger bei den Montagearbeiten in den Straßen künftig öfter antreffen. Sollte es zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, wären diese nur vor kurzer Dauer; die Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis gebeten. Die Fertigstellung der Montage aller 1.863 Leuchten ist für September 2011 anvisiert.

 

Bericht des WDR "Lokalzeit Dortmund"